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Gesundheitliche Aspekte

Einfluss des Calciums der Milch auf die menschliche Gesundheit

Milch enthält Calcium, das der Mensch zum Knochenaufbau benötigt. Milch beinhaltet außerdem viele essentielle Aminosäuren, die für den Körperzellenaufbau benötigt werden. Vor allem in Käse ist der Anteil an Calcium sehr hoch. Die Nurses' Health Study zeigte allerdings, dass erhöhter Milchkonsum allenfalls tendenziell Knochenbrüchen vorbeugt. Auch lässt sich das Calcium aus der Milch isoliert nicht resorbieren, es wird dazu Vitamin D benötigt, das nicht in ausreichendem Maße in der Milch enthalten ist.

Die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel erklärt, dass „[...] die Vorteile des Milchkonsums [...] die etwaigen Risiken übertreffen [...].“ Es sei bewiesen, dass ein ausreichender Milchkonsum Osteoporose, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Übergewicht vorbeuge.
Eine Untersuchung der Universität Kopenhagen hat ergeben, dass das in der Milch enthaltene Calcium die Fettmenge im Blut nach den Mahlzeiten reduziert. Danach ist die Menge des Blutfettes bei Personen, die Calcium aus Milchprodukten aufnehmen, um 15-19% niedriger als bei Vergleichspersonen, die Calcium über Calciumsupplemente aufnehmen.

Homogenisierte Milch

Das Homogenisieren der Milch soll laut Kurt Oster zur Arterienverkalkung führen:
Kurt Oster (* 20. April 1909 in Köln; † 1988 in den USA) war ein jüdischer Arzt, der wegen der nationalsozialistischen Rassengesetze Deutschland verließ und in Amerika als Kardiologe und Pharmakologe Karriere machte. Durch Aufsätze zur Schädlichkeit von homogenisierter Milch erweckt er bis heute anhaltendes Interesse.

Oster unternahm des weiteren Studien zur Vitamineinnahme, der Verträglichkeit von Eiern, zu Diabetes u.a.m. Nicht zuletzt als Reaktion auf einen ersten eigenen Herzinfarkt im Alter von 46 Jahren wandte er sich um 1970 den Ursachen der Arterienverkalkung zu.

Zusammen mit Donald J. Ross, einem Professor für Biochemie und seit 1960 „Chairman of the Department of Biology“ der Fairfield University (Connecticut), veröffentlichte der Kardiologe ab 1973 Abhandlungen zu Folgen des Zerschlagens von Fettkugeln beim Erhitzen. Statt einem erhöhten Cholesterinwert traute er dem Enzym Xanthinoxidase, das er in homogenisierter Milch gefunden hatte und das durch Bildung von Antikörpern bewirkt wurde, höhere Bedeutung für die Erkrankung zu.

Besonderes Aufsehen erregte die dazu vorgelegte Monographie von 1983 „The Xo Factor: and How It Can Destroy Your Arteries, Your Heart, Your Life!“. Oster und Ross (auch Dr. John Zikakis von der University of Delaware war zeitweise in das Projekt involviert) legten darin dar, dass homogenisierte Milch ein erhöhtes Herzinfarktrisiko bewirke und belegt das erhöhte Risiko von Arteriosklerose durch Zahlen (Ostersche Hypothese). Oster bezog sich dabei u.a. auf den Gießener Biochemiker Robert Feulgen, der in den 1930er Jahren das Plasmologen erforscht hatte.

 

Die Ergebnisse der langjährigen Experimente wurden von der Milchindustrie heftig attackiert, Oster konnte jedoch bei den Patienten seiner Klinik, denen er eine auf seinen Forschungen beruhende Diät verordnet hatte, gute Heilungsquoten erzielen. Auch wenn seine Theorien immer wieder angegriffen wurden, gibt es derzeit neuere Forschungen, die ihn zu bestätigen scheinen, wie etwa durch den Ernährungswissenschaftler McCarty.

Milchunverträglichkeiten

Es existieren eine Reihe von Unverträglichkeiten in Bezug auf das Nahrungsmittel Milch und die daraus hergestellten Produkte. Diese Unverträglichkeiten beruhen entweder darauf, dass Milchbestandteile im Körper nicht hinreichend aufgespalten werden können, zum Beispiel aufgrund von Laktoseintoleranz oder Milcheiweißunverträglichkeit, oder darauf, dass sonstige Inhaltsstoffe der Milch bzw. Milchprodukte nicht vertragen werden.

Die Fähigkeit, den in der Milch enthaltenen Milchzucker (Lactose) auch als Erwachsener verdauen zu können, ist eine genetisch recht junge Entwicklung und wird auf 8000 bis 9000 Jahre geschätzt. Zu ihrer Ausbreitung kam es vermutlich zuerst in Nord- und Mitteleuropa, mit oder kurz nach dem dortigen Beginn des Neolithikums.

Zur Verdauung der Lactose ist das Enzym Lactase erforderlich, dessen Produktion bei Kleinkindern während der Stillzeit voll ausgeprägt ist, in späteren Jahren aber teilweise oder vollständig zurückgeht. Klinische Versuche haben ergeben, dass ein Teil der Menschen aufgrund dessen bei der Aufnahme von Lactose mit Beschwerden (Durchfall, Blähungen, Völlegefühl, Magendrücken, Luftaufstoßen, Meteorismus, Koliken, Bauchschmerzen, Darmkrämpfen, Übelkeit bis zum Erbrechen, Migräneattacken, Kreislaufproblemen, chwächeanfällen) reagieren (Laktoseintoleranz). Wenn diese Symptome bei Konsum von Milchprodukten in normalen Mengen eintreten, kann eine Milchunverträglichkeit vorliegen. Dieser kann durch Nahrungsumstellung oder Einnahme von Lactasetabletten begegnet werden.

Etwa 10-15% aller Erwachsenen in Europa vertragen keine lactosehaltige Milch. Die größte Konzentration Erwachsener, die Laktose verwerten können, findet sich in Europa nördlich der Alpen. Über 95% der Norddeutschen, Holländer, Dänen, Schweden und anderer Skandinavier verfügen über eine körpereigene Laktaseenzymgenese, um ihr ganzes Leben lang Laktose verdauen zu können. Ein Großteil der mittel- und südasiatischen erwachsenen Bevölkerung verträgt im Erwachsenenalter keine Kuhmilch mehr, bei ihnen besteht eine Laktoseintoleranz.

Quelle: Wikipedia.de

 
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